
In vielen, insbesondere tiefenpsychologisch ausgerichteten Ausbildungen und Studiengängen zum/zur MusiktherapeutIn wird von den AusbildungskandidatInnen erwartet, dass sie das Verfahren, mit dem sie später einmal andere Menschen behandeln wollen, in einem längeren therapeutischen Prozess an eigenem Leib und eigener Seele erfahren haben.
Anders als in einer Therapie, die der Behandlung diagnostizierter Krankheiten, Störungen oder Problemen dient, geht es hierbei um eine vertiefte Selbsterfahrung, in der die eigene Lebenssituation und Beziehungsgestaltung auf dem Hintergrund der Biographie reflektiert wird, um sich der "blinden Flecken" in der Selbstwahrnehmung bewusst zu werden. Dieses ist wichtig, um später in der Behandlung von PatientInnenen, insbesondere in der therapeutischen Beziehung, die eigenen Probleme sicher von denen der PatientIn unterscheiden zu können. Die dabei stattfindenden musiktherapeutischen Interventionen wie auch der gesamte therapeutische Prozess werden dabei auch auf dem Hintergrund musik- und psychotherapeutischer Theorie analysiert und reflektiert.
In der Regel wird ein lehrmusiktherapeutischer Prozess über ca. 100 Stunden geführt.
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